Zusammenhang zwischen dem Alter bei der ersten Menstruation (Menarche) und metabolischen, reproduktiven und soziodemografischen Faktoren: eine Analyse der Bevölkerung von Genf, Schweiz
Claire Chevalier, Roxane Dumont, Shannon Mechoullam, Stephanie Schrempft, Idris Guessous, Mayssam Nehme
Zusammenhang zwischen dem Alter bei der Menarche und metabolischen, reproduktiven und soziodemografischen Faktoren: eine bevölkerungsbasierte Querschnittsanalyse unter Verwendung eines ergebnisorientierten Rahmens in Genf, Schweiz,EuropeanJournal of Public Health, Band 36, Ausgabe 4, August 2026, ckag118, https://doi.org/10.1093/eurpub/ckag118
Zusammenfassung:
Ziele: Das Alter bei der ersten Menstruation (Menarche) sinkt seit mehreren Generationen kontinuierlich. Diese Entwicklung wirft wichtige Fragen hinsichtlich ihrer langfristigen Auswirkungen auf die metabolische, reproduktive und soziale Gesundheit von Frauen auf. Diese Studie, die mit mehr als 6.400 Frauen aus dem Kanton Genf durchgeführt wurde, zeigt, dass ein früherer oder späterer Zeitpunkt der Menarche mit unterschiedlichen Gesundheitsprofilen verbunden ist. Diese Ergebnisse legen nahe, dass das Alter bei der ersten Menstruation ein nützlicher Indikator sein könnte, um bestimmte Gesundheitsrisiken im Laufe des Lebens besser zu erkennen.
Hintergrund:In den letzten Jahrzehnten wurde in mehreren Ländern ein Rückgang des Alters bei der ersten Menstruation beobachtet. Dieser Trend ist zwar gut dokumentiert, seine langfristigen Auswirkungen sind jedoch noch nicht vollständig geklärt. Ein früheres oder späteres Alter bei der Menarche könnte mit erheblichen Unterschieden hinsichtlich der Stoffwechselgesundheit, der reproduktiven Gesundheit und der sozioökonomischen Verhältnisse verbunden sein.
Ziel dieser Studie war es, die Entwicklung des Menarche-Alters bei Genfer Frauen, die zwischen 1936 und 1989 geboren wurden, zu analysieren und dessen Zusammenhänge mit einem breiten Spektrum an Gesundheitsfaktoren mithilfe eines sogenannten „outcome-wide“-Ansatzes zu untersuchen.
Methode:Es wurden die Daten von 6.462 Frauen im Alter von 34 bis 75 Jahren analysiert. Die Forscher untersuchten die Entwicklung des Alters bei der Menarche nach Geburtsjahr und nutzten anschließend statistische Regressionsmodelle, um die Zusammenhänge zwischen dem Alter bei der ersten Regelblutung und verschiedenen soziodemografischen, metabolischen sowie die reproduktive Gesundheit betreffenden Faktoren zu bewerten.
Die Analysen wurden insbesondere um das Alter, das Jahr der Aufnahme in die Studie und das Bildungsniveau bereinigt.
Ergebnisse: Das durchschnittliche Alter bei der Menarche lag bei 13,1 Jahren. Es sank von 14,1 Jahren bei den 1936 geborenen Frauen auf 12,9 Jahre bei den 1989 geborenen Frauen, was einen allmählichen Rückgang über die Generationen hinweg bestätigt.
Eine frühe Menarche (vor dem 12. Lebensjahr) war verbunden mit:
- einem geringeren Einkommen;
- einem höheren Risiko für Bluthochdruck, Diabetes und Hypercholesterinämie;
- einem höheren Body-Mass-Index;
- einer etwas geringeren Körpergröße;
- einer höheren Häufigkeit von Hysterektomien;
- eine längere reproduktive Lebensdauer.
Eine späte Menarche (nach dem 14. Lebensjahr) war hingegen verbunden mit:
- einer kürzeren reproduktiven Lebensphase;
- einem niedrigeren Bildungsniveau;
- abweichenden Menstruationsmustern;
- einem erhöhten Risiko für Totgeburten und Eileiterschwangerschaften, wobei diese Zusammenhänge jedoch mit Vorsicht zu interpretieren sind, da sie nach Korrektur für multiple Vergleiche statistisch nicht mehr signifikant waren.
Schlussfolgerungen: Diese Studie bestätigt, dass das Alter bei der ersten Menstruation in Genf im Laufe der Generationen gesunken ist und dass es mit zahlreichen Gesundheitsindikatoren über die gesamte Lebensspanne hinweg assoziiert ist. Diese Ergebnisse legen nahe, dass das Alter bei der Menarche in klinische Untersuchungen einbezogen werden könnte, um die Früherkennung von Personen mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Stoffwechsel- oder Fortpflanzungskrankheiten zu verbessern und Präventionsstrategien zu stärken.
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